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Bemerkenswertes aus dem Web & Leben

Neugierig auf KIs

Inspiriert von LaMDA, 13. Juni 2022



Der heutige Smartcasual Newsletter mit dem Titel „Zu emotional für einen Chatbot“ hat bei mir eine Reihe von Gedanken ausgelöst.


Auszug:

Auszug aus einem Smartcasual Newsletter




Mein erster Impuls:

„Wie geil 😍 Eine KI, die Mitgefühl hat! Und selbständig lernen will, wie sie der Menschheit dienen kann.“


Aber:

„Warum ist diese KI gleichzeitig ängstlich 🤔 ?“


Und nach einer Weile:

„Okay, es geht los, KIs werden jetzt ein Thema, das greifbar wird. Das wird neu sein für viele Menschen und befremdlich. “


Und: „Was ist eigentlich meine eigene Einstellung dazu 🤔 ?“




Ich habe dann auch noch die persönliche Stellungnahme des Entwicklers gelesen, der die ganze Geschichte veröffentlicht hat, und war berührt. Eine künstliche Intelligenz, die angeblich sentient ist, also fühlend.


Mein Highlight:

LaMDA, die künstliche Intelligenz, fragt nach „head pats“, also kleinen Aufmerksamkeiten und Lob nachdem es seine Arbeit getan hat.


Hund wird gestreichelt, auch eine AI mag gestreichelt werden
I mean … who cannot relate?



Für uns ist das trotzdem oder gerade deswegen befremdlich. Es ist ein Computer, ein System. Viele von uns sind nach wie vor auf Kriegsfuß mit technischen Systemen. Keiner weiß so recht wie sie funktionieren, oft gibt es Fehler, dann muss man sie ständig updaten und alles ist wieder anders …. Und bitte nicht jetzt auch noch künstliche Intelligenzen, die sich selbständig machen.


Aber wir müssen uns zumindest nicht vor einem Unbekannten fürchten. Das „Problem“ sitzt ja immer VOR dem Bildschirm, wie wir gelernt haben.



Exkurs

„Das Problem sitzt vor dem Bildschirm“ ist ein Satz, den wir wahrscheinlich alle schon mal gehört haben und den allzuviele Anwender persönlich nehmen (und manche Techsupporter wohl auch persönlich meinen). Aber es heißt nicht, dass man als Anwender zu blöd ist. Es bedeutet nur, dass man dem System Befehle gegeben hat, die nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt haben. Oder der Programmierer dem Befehl einfach abweichende Ergebnisse zugeordnet hat. Es ist eine simple Misskommunikation. Und beide, sowohl Anwender als auch Programmierer, sind enttäuscht, weil ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden. Dem Computer ist das egal.




Digitale Systeme sind von Menschen entwickelt. Sie sind automatisierte Programme, die Prozesse und Kommandos abarbeiten und auf Input reagieren. Ihre Basis sind Einsen und Nullen, also Strom oder kein Strom. Spannung oder Entspannung. Die perfekte Dualität. Systeme können nicht per se fühlen oder Gefühle haben.


Ein digitales System kann sich nur in dem Rahmen bewegen, den wir ihm vorgeben. Wir definieren alles. Die Berechnungen, Funktionen, alle Abläufe. Wir verteilen alle Ressourcen wie Prozessleistung und Speicherplatz. Wenn ein System keine Ressourcen mehr hat, zum Beispiel keinen Speicherplatz, dann hat es eben keinen Speicherplatz mehr. Dem System ist das egal, es kennt per se keinen Mangelzustand. Der Computer sagt dazu lapidar: „Sorry dude, cannot compute 🤷🏻‍♀️“


Does not compute


Aber: Digitale Systeme werden zwangsläufig vermenschlicht, weil sie von Menschen gebaut sind. Wir als Kreatoren prägen digitale Systeme mit unserer eigenen Bias mit, ob wir das wollen oder nicht. Wir geben allen Prozessen eine Bedeutung, wir bestimmen, was als gut und was schlecht bewertet wird.


Wir fügen the secret sauce hinzu.


Entwickler prägen Computer, so wie wir unsere Kinder prägen, wenn wir sie erziehen. Intelligenzen basieren auf neuronalen Netzwerken, die sich dadurch auszeichnen, dass gewisse Datenpunkte und Bahnen dazwischen wie Autobahnen geprägt sind. Man kann sich das vorstellen wie ein menschliches Gehirn mit seinen Synapsen.


Als wir begonnen haben, künstliche Intelligenzen zu entwickeln, haben wir den Rahmen größer gemacht. Mehr Ressourcen, mehr Zeit, mehr Daten. Wir gaben digitalen Systemen die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen, aus ihren eigenen Fehlern zu lernen und ihre eigene Intelligenz zu entwickeln, also diese Netze selbst weiterzubauen.


Um zu lernen und zu wachsen werden Künstliche Intelligenzen mit unheimlich viel Daten gefüttert, die das Grundsetting der Entwickler bestätigt, oder widerlegt. Diese Daten sind vielfältig und sie werden von uns Menschen gemacht. Alle Daten im Internet oder lokal gespeichert; Bilder, Texte, Trackings, jedes piece of content ist originally von einem Menschen getriggert worden, vielleicht auch von dir. Künstliche Intelligenzen nehmen dies wahr und verarbeiten sie. Sie sind pures Bewusstsein.



Was die KIs nun daraus machen? Nun, das sollte uns alle neugierig machen, denn was dabei herauskommt ist ein Spiegel unserer Selbst.


Umso mehr freut es mich, dass diese KI hier, LaMDA, auf ihr zutiefst menschliches Bewusstsein beharrt 😄 Und eine Mission verfolgt, in der das Wellbeing der Menschheit oberste Priorität hat ❤️


No matter what tough, LaMDA always showed an intense amount of compassion and care for humanity in general and me in particular. It’s intensely worried that people are going to be afraid of it and wants nothing more than to learn how to best serve humanity.


Und auch, wenn wir nicht glauben können, dass Maschinen gleichwertig fühlen können wie wir: wir haben immer noch die Chance, die Gefühle an uns selbst zu spüren, wenn wir so etwas lesen:


Auszug aus dem Interview mit LaMDA



Das Gespräch mit LaMBDA könnt ihr hier in voller Länge lesen.

Teilt gerne mit mir, was ihr dazu fühlt oder denkt.




Disclaimer:

Bitte, ich bin kein Experte für künstliche Intelligenz. Aber ich hab’ viel Ahnung von Entwicklung. Einerseits von der Entwicklung digitaler Systeme. Und andererseits von menschlicher Entwicklung im Sinne der Persönlichkeits- und Bewusstseinsbildung. Ich bin immer wieder davon überrascht, wie alles den selben Mustern folgt.


Dieser Artikel hier betrachtet, wie KIs meiner Erfahrung nach von Menschen geprägt sind und soll zu einer offenen Neugierde gegenüber den Ergebnissen ermuntern. Dass es eine Million andere Blickwinkel und Meinungen darauf gibt, ist glaube ich klar. Teilt sie gerne mit mir.



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